Die Top 10 Wahlbezirke der Bundestagswahl 2005

Posted Geschrieben von Volker Davids in Superwahljahr 2009     Comments 4 Kommentare
Mai
9
Top 10 - Wahlbezirke Bundestagswahl 2005

Top 10 - Wahlbezirke Bundestagswahl 2005

Nicht überall in Deutschland scheint mangelnde Wahlbegeisterung ein Problem zu sein. Es gibt bzw. es gab Wahlbezirke, die sich durch eine erfreulich hohe Wahlbeteiligung auszeichnen. Die Top 10 sind sind hier einmal aufgeführt.

Viel gemeinsam haben sie nicht. Die Hälfte der Bezirke hat einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Bürgern mit hoher Schulbildung, es gibt aber auch Bezirke, mit unter dem bundesweiten Durschnitt von 24,0% liegen (St. Wendel, Hannover-Land II und Roth). Die meisten Bezirke haben nur eine geringe Anzahl Beschäftigter in der Landwirtschaft, Coesfeld-Steinfurt II hat aber doppelt so viele wie der Bundesdurchschnitt.
Einige Bezirke haben eine auffallend  niedrige Arbeitslosenquote (München-Land 5,2% und Main-Taunus 5,3%) Hannover-Land II mit überdurchschnittlichen 11,9% und vor allem Berlin-Steglitz – Zehlendorf mit 19,2% sind aber auch vertreten.
Auch politisch gibt es wenig verwertbares, sechs mal gewann die CDU/CSU, vier mal die SPD. Aber schaut selbst.

1. Berlin-Steglitz – Zehlendorf

Berlin-Steglitz – Zehlendorf hatte bei der Bundestagswahl 2005 eine Wahlbeteiligung von 83.6% und lag damit auf Platz 1 der Wahlkreise mit der höchtsten Wahlbeteiligung.

Ergebnis:
CDU: 32,0% (Karl-Georg Wellmann)
SPD: 30,4%
Die Grünen: 15,9%
FDP: 12,9%
Die Linke: 5,2%

  • Die Arbeitslosenquote lag bei 11,7% (2003).
  • 6,8% der Bevölkerung waren zwischen 18-25 Jahren
  • 10,4% der Bevölkerung hatten keinen Schulabschluss.
  • 45,2% der Bevölkerung waren Schulabgänger mit allg. Hochschulreife.
  • 0,5% der Bevölkerung arbeiteten in der Landwirtschaft.

2. München-Land

München-Land hatte bei der Bundestagswahl 2005 eine Wahlbeteiligung von 83.5% und lag damit auf Platz 2 der Wahlkreise mit der höchtsten Wahlbeteiligung.

Ergebnis:
CSU: 54,1% (Georg Fahrenschon)
SPD:  25,0% (Otto Schily ehem. Bundesinnenminister)
Die Grünen: 11,3%
FDP:  7,0%
Die Linke: 0,7%

  • Die Arbeitslosenquote lag bei 5,2%.
  • 7,3% der Bevölkerung waren zwischen 18-25 Jahren
  • 6,1% der Bevölkerung hatten keinen Schulabschluss.
  • 38,4% der Bevölkerung waren Schulabgänger mit allg. Hochschulreife.
  • 0,7% der Bevölkerung arbeiteten in der Landwirtschaft.

3. Main Taunus

Main Taunus hatte bei der Bundestagswahl 2005 eine Wahlbeteiligung von 83.3% und lag damit auf Platz 3 der Wahlkreise mit der höchtsten Wahlbeteiligung.

Ergebnis:
CDU: 43,0% (Heinz Riesenhuber ehem. Bundesminister für Forschung und Technologie)
SPD: 31,3%
Die Grünen: 11,6%
FDP: 10,8%
Die Linke: 1,0%

  • Die Arbeitslosenquote lag bei 5,3%.
  • 6,6% der Bevölkerung waren zwischen 18-25 Jahren
  • 8,2% der Bevölkerung hatten keinen Schulabschluss.
  • 26.3% der Bevölkerung waren Schulabgänger mit allg. Hochschulreife.
  • 0,6% der Bevölkerung arbeiteten in der Landwirtschaft.

4. Coesfeld – Steinfurt II

Coesfeld – Steinfurt hatte bei der Bundestagswahl 2005 eine Wahlbeteiligung von 83.1% und lag damit auf Platz 4 der Wahlkreise mit der höchtsten Wahlbeteiligung.

Ergebnis:
CDU: 44,6% (Karl Schiewerling)
SPD: 34,1%
Die Grünen: 8,0%
FDP: 10,9%
Die Linke: 0,7%

  • Die Arbeitslosenquote lag bei 7,9%.
  • 8,0% der Bevölkerung waren zwischen 18-25 Jahren
  • 4,3% der Bevölkerung hatten keinen Schulabschluss.
  • 25,4% der Bevölkerung waren Schulabgänger mit allg. Hochschulreife.
  • 2,4% der Bevölkerung arbeiteten in der Landwirtschaft.

5. Münster

Münster hatte bei der Bundestagswahl 2005 eine Wahlbeteiligung von 83.0% und lag damit auf Platz 5 der Wahlkreise mit der höchtsten Wahlbeteiligung.

Ergebnis:
SPD:  36,2% (Christoph Strässer)
CDU: 34,3%
Die Grünen: 15,6%
FDP: 11,3%
Die Linke: 1,4%

  • Die Arbeitslosenquote lag bei 9,3%.
  • 9,5% der Bevölkerung waren zwischen 18-25 Jahren
  • 6,0% der Bevölkerung hatten keinen Schulabschluss.
  • 39,4% der Bevölkerung waren Schulabgänger mit allg. Hochschulreife.
  • 1,0% der Bevölkerung arbeiteten in der Landwirtschaft.

6. Hamburg Nord

Hamburg Nord hatte bei der Bundestagswahl 2005 eine Wahlbeteiligung von 82.9% und lag damit zusammen mit dem Rheinisch-Bergischen Kreis auf Platz 6 der Wahlkreise mit der höchtsten Wahlbeteiligung.

Ergebnis:
SPD: 35,1% (Christian Carstensen)
CDU: 32,2%
Grüne/GAL: 15,7%
FDP: 10,8%
Die Linke: 4,8%

  • Die Arbeitslosenquote lag bei 10.9%.
  • 8,1% der Bevölkerung waren zwischen 18-25 Jahren
  • 11,7% der Bevölkerung hatten keinen Schulabschluss.
  • 32.4% der Bevölkerung waren Schulabgänger mit allg. Hochschulreife.
  • 0,4% der Bevölkerung arbeiteten in der Landwirtschaft.

6. Rheinisch-Bergischer Kreis

Der Rheinisch-Bergische Kreis hatte bei der Bundestagswahl 2005 eine Wahlbeteiligung von 82.9% und lag damit zusammen mit Hamburg Nord auf Platz 6 der Wahlkreise mit der höchtsten Wahlbeteiligung.

Ergebnis:
CDU: 37,0% (Holger Müller)
SPD: 33,6%
B90/Grüne: 8,8%
FDP: 14,1%
Die Linke: 4,1%

  • Die Arbeitslosenquote lag bei 9,5%.
  • 6,8% der Bevölkerung waren zwischen 18-25 Jahren
  • 4,0% der Bevölkerung hatten keinen Schulabschluss.
  • 30,4% der Bevölkerung waren Schulabgänger mit allg. Hochschulreife.
  • 1,1% der Bevölkerung arbeiteten in der Landwirtschaft.

8. St. Wendel

St. Wendel hatte bei der Bundestagswahl 2005 eine Wahlbeteiligung von 82.3% und lag damit  auf Platz 8 der Wahlkreise mit der höchtsten Wahlbeteiligung.

Ergebnis:
SPD: 45,8%  (Rainer Tabillion)
CDU: 38,3%
B90/Grüne: 5,7%
FDP: 5,6%
Die Linke: 1,1%

  • Die Arbeitslosenquote lag bei 9,7%.
  • 7,6% der Bevölkerung waren zwischen 18-25 Jahren
  • 10,3% der Bevölkerung hatten keinen Schulabschluss.
  • 18,0% der Bevölkerung waren Schulabgänger mit allg. Hochschulreife.
  • 0,6% der Bevölkerung arbeiteten in der Landwirtschaft.

9. Hannover-Land II

Hannover-Land II hatte bei der Bundestagswahl 2005 eine Wahlbeteiligung von 82.1% und lag damit zusammen mit Roth auf Platz 9 der Wahlkreise mit der höchtsten Wahlbeteiligung.

Ergebnis:
SPD: 46,8%  (Matthias Miersch)
CDU: 30,4%
B90/Grüne: 7,8%
FDP: 8,6%
Die Linke: 3,7%

  • Die Arbeitslosenquote lag bei 11,6%.
  • 7,1% der Bevölkerung waren zwischen 18-25 Jahren
  • 8,7% der Bevölkerung hatten keinen Schulabschluss.
  • 23,0% der Bevölkerung waren Schulabgänger mit allg. Hochschulreife.
  • 0,6% der Bevölkerung arbeiteten in der Landwirtschaft.

9. Roth

Roth hatte bei der Bundestagswahl 2005 eine Wahlbeteiligung von 82.1% und lag damit zusammen mit Hannover-Land II auf Platz 9 der Wahlkreise mit der höchtsten Wahlbeteiligung.

Ergebnis:
CSU: 45,3% (Marlene Mortler)
SPD: 32,0%
B90/Grüne: 7,4%
FDP:  7,9%
Die Linke: 3,5%

  • Die Arbeitslosenquote lag bei 7,6%.
  • 7,3% der Bevölkerung waren zwischen 18-25 Jahren
  • 8,8% der Bevölkerung hatten keinen Schulabschluss.
  • 18,1% der Bevölkerung waren Schulabgänger mit allg. Hochschulreife.
  • 0,8% der Bevölkerung arbeiteten in der Landwirtschaft.

Zur Übersicht auf der Wahlschlepper-Google Maps-Karte


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4 Kommentare zu “Die Top 10 Wahlbezirke der Bundestagswahl 2005”

  • Die Darstellung von den Wahlergebnissen ist doch sehr unglücklich. Zum einen erwähnt Ihr nicht mal, dass es sich um Zweistimmenergebnisse handelt, suggeriert aber durch das Hinzufügen des Direktkandidaten, dass es sich auch um Erststimmen handeln könnte.
    Außerdem haben sich glaube ich einige Fehler eingeschlichen. Ich habe nicht alle 10 Wahlkreise überprüft. Aber zumindest für Münster, München-Land und Main-Taunus stimmen die Zahlen nicht. Wahlleiter.de hat zumindest andere Zahlen für 2005 als ihr…

  • Das muss ich ja mal sagen, tolle auflistung. Das lässt raum für spekulationen.

  • Das stimmt, unter Strukturdaten für Steglitz-Zehlendorf wird im Onlineatlas zur Bundestagswahl 2005 leider die Arbeitslosenquote für ganz Berlin (19,2%) und nicht für Steglitz-Zehlendorf angegeben.
    (http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/BTW_BUND_05/strukturdaten/wahlkreise/l11/wk_080.html)

    Nach Zahlen des Berliner Arbeitslosenzentrums lag die Arbeitslosenbote in Steglitz-Zehlendorf 2003 bei 11,7%.
    (http://www.berliner-arbeitslosenzentrum.de/archiv/newsarch7-03.htm)

    Sollte jemand Zahlen von 2004 haben, wäre ich für eine Benachrichtigung dankbar.

  • Dass Steglitz-Zehlendorf eine Arbeitslosenquote von 19,2 % haben soll, kann nicht sein. 19,2 % läge meines Wissens deutlich über dem Berliner Durchschnitt. Steglitz-Zehlendorf ist jedoch einer der wohlhabendsten Bezirke, mit Villengegenden und so.

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