Jugendverbände der Parteien Teil III – Die linksjugend [’solid‘]

Posted Geschrieben von Jana Stecher in Meinung, Superwahljahr 2009     Comments Keine Kommentare
Sep
2

Björn Buschbeck

Björn Buschbeck vom Bundessprecher_innenrat der Linksjugend solid

Es geht weiter mit unserer Befragung der Jugendverbände der Parteien. Heute kommt Björn Buschbeck zu Wort. Er ist Mitglied im Bundessprecher_innenrat der linksjugend[’solid], dem Jugendverband der LINKEn.

Niedrige Wahlbeteiligungen kommen nicht von irgendwoher.

Wenn schon am Morgen der Blick in die Zeitung beweist, dass die großen Parteien in ihrer Politik jenseits von Wahlversprechen kaum mehr Unterschiede zeigen – klar, dass das Wählen vielen dann sinnlos vorkommt.

Gerade Jugendliche fühlen sich oft von der Politik alleine gelassen, und das zu Recht. Massive Einschnitte im  Bildungssystem, die beschissene Situation auf dem Arbeitsmarkt, kaum Freiräume, die Jugendliche selbst gestalten und organisieren können – die Liste ließe sich beliebig lange fortsetzen. Nach einer gefühlt endlos langen Zeit verfehlter Politik rächt man sich als Jugendliche_r durch Desinteresse.

Aber Politik muss nicht langweilig, sinnlos und panne sein. Wenn das Wort Politik bedeutet, echte Veränderungen zu bewirken zu können, wird das Interesse daran steigen – gerade unter Jugendlichen. Und da ist der Punkt, an dem wir als linksjugend[’solid] ansetzen müssen: Das Problem ist nicht das Desinteresse der Bevölkerung, das Problem ist die Politik, die dieses Desinteresse hervorruft. Für uns heißt junge Leute für politisches Engagement zu motivieren, einen anderen Weg in der Politik aufzuzeigen, der es ermöglicht, dass ihre Interessen vertreten und ihre Bedürfnisse erfüllt werden.

Politik wirkt gerade deshalb oft so weit vom „echten Leben“ entfernt, weil die Möglichkeiten, sich tatsächlich in Entscheidungsprozesse einzubringen, stark begrenzt sind. Deshalb muss politische Partizipation immer und überall stattfinden können – auch jenseits von Wahlen.

Schulen, Unis, Ausbildungsbetriebe und andere Bereiche im Jugendlicher müssen demokratisch organisiert werden. Wenn Menschen dazu ermächtigt sind, ihr Leben tatsächlich selbst zu gestalten, wird Politik einen ganz anderen Stellenwert in ihrem Leben bekommen.

Um größere Teile der Bevölkerung dazu zu bekommen, wählen zu gehen oder – noch viel besser – sich politisch zu engagieren, braucht es zuerst einmal eine Politik, in der echte Veränderungen möglich und gewünscht sind. Eine Politik, die sich konkret mit den Lebensrealitäten und Problemen der Wähler_innen beschäftigt, anstatt Banken zu retten und Großkonzernen ihre Profite zu sichern.


Passende Artikel dazu

Kommentar hinterlassen