Jugendverbände der Parteien Teil II: Die Jungen Liberalen

Posted Geschrieben von Martin Reiher in Meinung, Superwahljahr 2009     Comments Keine Kommentare
Aug
28
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Der Bundesvorsitzende der JuLis Johannes Vogel

Was machen eigentlich die Jugendverbände der Parteien im Wahlkampf? Sie haben den besseren Draht zu Jugendlichen und sind die Plattform für den politischen Nachwuchs. Einer ihrer Aufgaben ist es gegen die zunehmende Teilnahmslosigkeit in der Politik anzukämpfen. Oder ist es vielleicht doch anders als wir denken. Die Wahlschlepper haben mal bei den Jugendverbänden der Parteien nachgefragt. Was machen Sie eigentlich gegen die Politikverdrossenheit und wie mobilisieren sie die jungen Wähler. Zu Wort kommen die jeweiligen Vorsitzenden der Jugendverbände.

In der zweiten Folge schreibt für uns Johannes Vogel,  Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen (JuLis).

Was können die Jugendorganisation der Parteien zur höheren Wahlbeteiligung beitragen?

Manchmal hört man Menschen auf der Straße sagen: „Politik interessiert mich nicht, damit hab ich ja nichts zu tun!“ Das ist gerade für junge Menschen falsch: Gibt es nachts noch einen Bus aus der Innenstadt nach Hause? Mache ich nach zwölf oder nach dreizehn Jahren Abitur und an welcher Schulform? Kann der Staat das Internet zensieren oder zum Beispiel kontrollieren wen ich wann wo von meinem Handy aus angerufen habe? Politische Entscheidungen aller Ebenen betreffen ganz konkret unser tägliches Leben! Und gerade die Jungen sind hier gefragt, denn wenn wir uns nicht einmischen, dann entscheiden andere für uns und im Zweifel dann genau so, wie wir es eigentlich nicht wollen.

„Politik“ ist dabei nichts anderes als die Mitgestaltung der Gesellschaft in der wir leben. Das fängt schon im Kleinen an, als Jugendwart im Fußballverein, beim Zivildienst als Rettungssanitäter oder eben beim Engagement für eine politische Jugendorganisation. Dass sich politisches Engagement auch lohnt und man wirklich etwas verändern kann, habe ich durch so ein alltägliches Beispiel selbst bereits früh erfahren: Als ich mit 16 Jahren nachts nach einer Party mit dem Bus nach Hause fahren wollte, musste ich feststellen: Da fährt kein Bus mehr. Nicht jetzt, und nicht bis zum nächsten Morgen. Ich dachte: Das muss sich ändern. Daher setzte ich das Thema bei den Jungen Liberalen auf die Agenda und wir blieben dran. Andere kamen hinzu und langsam aber sicher bewegte sich etwas. Vor wenigen Jahren konnte ich dann im Kreistag selbst meine Hand  für das Projekt heben und heute fährt dort ein Nachtbus.

Als Jugendorganisation ist  es unsere Aufgabe, noch mehr Jugendliche davon zu überzeugen, dass es sich lohnt sich politisch zu engagieren und dass es einen Unterschied macht, ob und wen man wählt! Denn mit den Fehlern von heute müssen meine Generation und die nachfolgende morgen fertig werden. Wir sprechen junge Menschen da an, wo sie ohnehin sind, weil auch wir Junge Liberale ohnehin da sind: Deshalb diskutieren wir z.B. in Kneipen, machen Infostände bei Oberstufenpartys, sind auf der Computerspiele-Messe Gamescom vertreten und verteilen Festival-Flyer und Infomaterial etwa beim Festival in Wacken. Damit zeigen wir, dass nicht nur Anzugträger Politik machen, sondern ganz normale Jugendliche wie Du und ich. Politik und ihre Entscheidungen im Kleinen vor Ort wie im Großen auf Bundesebene gehen uns eben alle an. Jeder von uns kann etwas bewegen und jede einzelne Stimme ist wichtig!

Deswegen ist unser Motto auch: Die Zukunft braucht Dich!


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