Jugendverbände der Parteien Teil IV – Die GRÜNE JUGEND

Posted Geschrieben von Jana Stecher in Meinung     Comments Keine Kommentare
Sep
13
Kathrin Spunk Sprecherin der Grünen Jugend

Kathrin Henneberger Sprecherin der Grünen Jugend

Nur gelebte Demokratie kann funktionieren.

Junge Menschen für Politik zu begeistern ist oft schwer. Dafür gibt es Gründe – aber auch Lösungen. Ein Artikel von Kathrin Henneberger, Bundessprecherin der GRÜNEN JUGEND

Jugendliche wollen wir politisieren, aufrütteln und ihnen begreiflich machen, dass es bei dieser Wahl um ihre Zukunft geht. Politik, das ist mehr als graue Männer irgendwo in Berlin. Politik beeinflusst unser ganzes alltägliches Leben. Und wenn wir dieses ändern wollen, wenn wir z.B. Studiengebühren abschaffen, Zensurgesetze im Internet rückgängig und Marihuana legalisieren wollen, dann müssen gerade die Jugendlichen aktiv werden und eine neue gerechtere Gesellschaft einfordern.

Während der Europawahl war ich auf einigen Podiumsdiskussionen. Selten erlebte ich eine gelangweilte Stimmung. Angespannt lauschten die Jugendlichen, wenn es um ihre Themen und um ihre Zukunft ging. Manchmal laut am Applaudieren, manchmal pöbelnd grölend kommentierten sie die Aussagen der PolitikerInnen.

Das Interesse ist bei vielen da. Aber wirklich wählen gehen, wirklich selber politisch aktiv werden, das ist ein Schritt, den die wenigsten gehen. Dafür gibt es auch Gründe, die meist nicht bei den Jugendlichen selber, sondern beim gesellschaftlichen System zu finden sind.

Egal, ob in der Familie oder in der Schule: Bei den wirklich wichtigen Entscheidungen werden die Jugendlichen ausgeschlossen. Demokratische Mitbestimmung ist nicht erwünscht. Viele SchülerInnen erleben sehr schnell als Klassensprecherin oder in der SchülerInnenvertretung, dass ihr Wunsch nach Mitsprache stark eingegrenzt ist. Natürlich gibt es auch Gegenbeispiele von LehrerInnen, die ihre SchülerInnen gezielt fördern. Aber diese bilden leider immer noch eine seltene Ausnahme.

Der Leistungsdruck, der in der Schule, Uni und in der Ausbildung immer stärker wird, hindert viele junge Menschen zudem daran politisch oder auch sonst ehrenamtlich aktiv zu werden. Sich als EhrenamtlicheR einzumischen wird immer schwerer. Wer aber als junger Mensch nicht lernt sich auch freiwillig zu engagieren, die/ der wird dies auch als ErwachseneR selten tun. Eine konkrete Forderung von uns ist deswegen auch, das Wahlalter abzuschaffen. Die jungen Menschen sollen frei entscheiden können ab wann sie wählen wollen. Sie sollen das Recht erhalten, wählen gehen zu können- wie jeder andere Mensch auch. Egal, ob sie von diesem Recht mit neun, zwölf oder vielleicht mit zwanzig Jahren Gebrauch machen. Wer ein Wahlrecht hat, der beschäftigt sich auch mehr und viel früher mit politischen Themen.

Als GRÜNE JUGEND versuchen wir politische Bildungsarbeit zu leisten und mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Wir wollen sie mit unseren Inhalten aufrütteln, denn gerade jetzt, in Zeiten der Wirtschafts-, Klima-, und Hungerkrise geht es um unsere Zukunft.

Mit pfiffigen Aktionen machen wir auf der Straße auf die Wahl aufmerksam. Wir haben zu unseren Themen verschiedene Flyer, Broschüren, Zeitungen und Give-Aways produziert. Im Internet sind wir präsent und versuchen, die Jugendlichen da zu erreichen, wo sie sind, nämlich in Communities wie Facebook, StudiVZ etc. Am liebsten gehe ich direkt in die Schulen, nicht nur um auf Podiumsdiskussionen zu sitzen, sondern besonders, um mit den SchülerInnen direkt ins Gespräch zu kommen. Aber wir gehen auch in Parks, an die Seen, organisieren „Nachtwahlstände“ (Infostände, nur in der Nacht und in den Stadtvierteln, wo viele Leute unterwegs sind) und gehen auf Kneipentouren.

Wir geben unser bestes, aber bevor sich die Gesellschaft nicht ändert, werden viele Menschen schon mit jungen Jahren politik- und demokratieverdrossen.


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