Mehr Wahlbeteiligung durch Internetwahl

Posted Geschrieben von Björn Stecher in Meinung, Superwahljahr 2009     Comments 3 Kommentare
Feb
2
Bringt eVoting eine höhere Wahlbeteiligung?

Bringt eVoting eine höhere Wahlbeteiligung?

Eine Frage, die sich die wahlschlepper und die gesamte politische Öffentlichkeit  stellt,  mit welchen Mitteln können wir die Wahlbeteiligung in Deutschland erhöhen. Neben der allgemeinen Politikverdrossenheit, kann der Prozess der Stimmabgabe auch hinderlich für viele Stimmen sein. Ist der Wahlakt heute noch zeitgemäß? Können wir mit neuen Formen der Stimmabgabe den Wahlgang attraktiver machen? Wie wäre es z.B. mit nett aussehenden Mädels als Wahlhelferinnen?

Oder ist vielleicht der Weg zur Wahlurne zu beschwerlich? Das Stichwort heißt Internetwahl oder auch eVoting. Mit einem Klick hätten wir die Möglichkeit zum Wahlabend unsere Stimme abzugeben. Die elektronische Stimmabgabe kann örtlich gebunden sein, so wie es mit Wahlcomputern in den USA der Fall ist. Diese Form ist in Deutschland sehr umstritten. Selbst das Bundesverfassungsgericht hat sich damit schon beschäftigt.

Eine andere Form ist die Stimmabgabe via SMS, wie es die Bürger von Estland zur Europawahl versuchen wollen. Eine Stimmabgabe über das Internet, wäre auch möglich. Wie das aussehen soll, weiß eigentlich noch keiner, aber die politischen Parteien bemühen sich um Lösungen und haben es auf ihre To-Do-Liste gesetzt.
Wenn es um die Form der Internetwahl geht, muss man sich bspw. auch die Frage stellen, wer wirklich Zugang zum Internet hat und wer sich dort über Politik informiert.  Der wahlschlepper Jan hat das schon mal analysiert.
Steigert denn aber die digitale Stimmabgabe auch die Wahlbeteiligung oder brauchen wir einfach nur attraktive Wahlhelferinnen und Wahlhelfer?


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3 Kommentare zu “Mehr Wahlbeteiligung durch Internetwahl”

  • Technisch ist das ganze relativ gut machbar, das Hauptproblem an der Wahl per Internet ist tatsächlich die geheime Wahl durchzuführen. Auch wenn es für viele kaum noch vorstellbar ist, es gibt noch Menschen ohne einen Internet Anschluss bzw. Leute die keinen ständigen Zugang zum Internet haben.

    Gut jetzt könnte das Argument eingeworfen werden, es gibt ja Internetcafés. Da liegt aber das Dilemma. Der Zugang zu Internet ist nicht das Problem, sicherzustellen das keiner einem über die Schulter guck eine ganz andere Sache.

    Greedz
    Chris

  • immer gerne.
    ich muss noch was nachtragen, denn da ham die von netzpolitik völlig recht: „Wie will man denn garantieren, dass die Wahl geheim abläuft, wenn schon der durchschnittliche Windows-Internetnutzer kaum in der Lage ist, das eigene System von Spyware sauber zu halten?“
    denn das ist das rechtliche problem hinter dem gedanken, einfach noch einen wahlort zu ermöglichen.
    a) wer garantiert, dass nur die personen wählen, die es auch dürfen und das nur einmal?
    b) wie kann die wahl geheim sein, wenn gleichzeitig jeder unserer schritte im internet mindestens ein halbes jahr lang gespeichert wird?
    … hier stehen also vorratsdatenspeicherung und technische unzulänglichkeiten (die aber mE nur als untergeordnetes problem) gegen die wahlgrundsätze.

    ich glaub, ich ziehe attraktive und intelligente und unterhaltsame wahlhelfer (und -innen, aba nich für mich) vor. 😛

  • Nachtrag – Dank an @pillenknick für den Link und die Anregung

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