Parteiendurcheinander im Web

Posted Geschrieben von Marc Breidbach in Superwahljahr 2009     Comments 10 Kommentare
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Dem Wähler wird es im Internet nicht gerade einfach gemacht. Die Parteien toppen sich mit unterschiedlichsten Websites. Man könnte es so einfach haben, aber NEIN, jede Partei hat nicht nur eine Seite sondern für alles und jeden eine eigene Seite.

Eine kleine Analyse zum CDU und SPD Webauftritt

Die Webseiten der CDU

Gehe ich auf die Seite www.cdu.de komme ich auf das Kampagnenportal der CDU. Gut, übersichtlich, einfach gelöst. Aber dann: Möchte ich Informationen zur aktuellen Bundeskanzlerin werde ich auf ihre Seite www.angela-merkel.de verwiesen.

Startseite von cdu.de

Dort werde ich darauf hingewiesen, dass Frau Merkel auch auf Facebook und MeinVZ zu finden ist. Auch die „Mitmachseite“ der Union ist wieder extern zu finden. Das teAM Deutschland ist unter www.team2009.de zu finden. Schon der Name der Seite sagt mir, diese Seite wird nach der Wahl wieder abgeschafft. Schade, hier gibt es bestimmt Potential für mehr. Auch hier wieder Hinweise auf die Social Networks: Facebook, Twitter, Flickr, Wer-kennt-Wen, Myspace und natürlich Studi- und SchülerVZ. Natürlich dürfen auf dem Kampagnenportal Videos nicht fehlen. Aber, schon wieder eine neue Seite, diesmal auf YOUTUBE: http://www.youtube.com/cdutv?gl=DE&hl=deAch, bevor ich es vergesse: Mitglied kann man auch noch werden und zwar auf www.mitglied-werden.de Sehr einfach gehalten, übersichtlich. Leider schon wieder eine neue Seite.

Zuerst dachte ich, wenn ich www.cdu.de eingebe, komme ich auf die eigentliche Parteiseite. Falsch gedacht! Wie gesagt, es öffnet sich eine Kampagnenseite. Um auf die eigentlichen Parteiauftritt zu kommen muss ich auf der Kampagnenseite oben auf „Parteiseite“ klicken.

Die Webseiten der SPD

www.spd.de auch hier das Kampagnenportal. Auf den ersten Blick sehr gefällig. Nur leider wird es auch hier sehr schnell unübersichtlich. Ich kann mir also die Navigationsleiste einblenden lassen oder auch gleich eine alternative Startseite anzeigen lassen.

Startseite von spd.de

Warum ist die Navigationsleiste nicht gleich integriert? Wenn ich Informationen möchte habe ich keine große Lust erst lange rumzuklicken. Und was soll die alternative Startseite? Konnte man sich nicht auf eine einigen? Natürlich sind auch wieder die Hinweise zu den verschiedenen Social Networks zu finden: StudiVZ, Facebook, Flickr, Youtube und natürlich Twitter dürfen nicht fehlen.

Frank-Walter Steinmeier hat selbstredend auch eine eigene Homepage: www.frankwaltersteinmeier.de Auch hier die Hinweise, wo Frank-Walter sonst noch zu finden ist: Facebook, StudiVZ, Flickr und Youtube

Ausserdem gibt es dann noch die Seite www.wahlkampf09.de Wieder eine Seite die nach der Bundestagswahl verschwinden wird. Und dann gibt es noch www.sozial-und-demokratisch.de Eine weitere Unterstützer Seite.

Fazit

Mit den Seiten der CDU und SPD kann man bestimmt mehrere Stunden verbringen. Möchte ich als Wähler dies um mich zu informieren? Nun, ich persönlich nicht. Ich möchte unkompliziert und schnell erfahren was die einzelne Partei eigentlich will!

Eine ausführliche Analyse ist auf Valentin Tomaschek´s Blog zu finden:

CDU http://www.valentin-tomaschek.de/falsche-facetten-bei-der-online-cdu/569/

SPD http://www.valentin-tomaschek.de/wahlkrampf-statt-wahlkampf-bei-der-online-spd/549/


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10 Kommentare zu “Parteiendurcheinander im Web”

  • Die Webseiten der SPD sind in der Tat völlig überkompliziert. Bis man da mal etwa das Wahlprogramm gefundet hat vergeht schon eine Weile. Und dass jeder Klick auf eine andere, visuell ansprechende aber inhaltlich wenig informative Webseite führt, hilft auch nicht sonderlich weiter.

    Bei deiner Aufzählung hast Du auch noch eine recht beliebige Zahl von Webseiten der SPD „unterschlagen“, z.B. vorwaerts.de.

    Irgendwie scheinen mir jetzt alle Parteien Interaktivität im Internet mit gruscheln (oder wie man das schreibt) zu verwechseln. Vielleicht lege ich diese Tage auch mal 127 Profilseiten für meinen Blog an. Scheint man ja zu brauchen. Und wenn man nicht twittert, dann kann man natürlich auch kein Obama sein. Da sollte man den Parteigrössen vielleicht mal berichten, dass man ohne Charisma auch kein Obama sein kann.

  • Lieber Tobias,
    Deine Argumentation mag ja vom Grundsatz her richtig sein. Aber warum wird dann nicht gleich eine Startseite gemacht die für ALLE gut wahrzunehmen ist? Die „Alternative Startseite“ der SPD finde ich persönlich sowieso angenehmer, da ich hier sofort und übersichtlich an meine Informationen komme und nicht von Flash Animationen und Slidereffekten belästigt werde. Das sehbehinderte Menschen dies nicht wahrnehmen können wusste ich nicht. Achten Entwickler eigentlich auf sowas? Würde mich mal interessieren! Vielen Dank für den freundlichen Hinweis!

  • Du wirfts hier einen Artikel Äther, der in Teilen schlicht schlecht recherchiert ist. Bevor Du die kritische Frage aufwirftst warum eine Seite sich eine „Alternative Startseite“ genehmigt, könnte man auf die Idee kommen, dass es Menschen gibt, die Flash Animationen und Slider Effekte nicht wahrnehmen können. Für solch sehbehinderte Menschen ist so eine Alternative Startseite unverzichtbar.

  • @Christian sofern die Webseiten wirklich gut sind gibt es nichts dran auszusetzen. Oft sind es eh redundante Informationen der Abteilungen bzw. Wahlkreise. Ich hatte nur letztens eine Erhebung gelesen, welche Zielgruppe die HP von Politiker besuchen. Das sind zumeist Parteimitglieder oder Journalisten (s.o). Irgendwann sind die möglichen Informationskanäle zuviel und erdrücken ein – gerade für politisch wenig Interessierte oder gar Jungwähler. Die Webseiten sollen nicht abgeschafft werden aber ein Verlinkung von der jeweiligen Landespartei- oder der Kreiswebseite zu den aktiven Politiker wäre ja ein Anfang.

  • @Björn: persönliche Webseiten von Politikern können sehr sinnvoll sein, wenn sie über animierte „Telefonbucheinträge“ hinausgehen

    @all: Der Grat zwischen Information und Wahlwerbung ist sehr schmal und dass da die Gestalter irgendwann auch aussetzen ist doch klar!

  • Für den Erstwähler oder den Unentschlossenen wäre eine zentrale Seite durchaus von Vorteil. Der Spagat von Information und Motivation ist noch nicht wirklich gelungen. Das wird zur sehr vermischt – auf Kampagnenseiten steckt mal zu viele Informationen obwohl sie motivierend wirken sollten und umgedreht.

    Außerdem – weg von den persönlichen Politikerwebseiten als Wahlkampfseite. Studien haben gezeigt, dass diese überwiegendl von bereits überzeugten Wählern, Pateimitglieder oder Journalisten besucht werden.

  • Vielleicht verstehen sich die Parteien als Hersteller vieler Produkte. So gibt es ja von einer Automarke auch die Coporate Website und die die Seiten der einzelnen Marken. Aber schade wäre es schon, wenn Politik eine Ware wie ein Auto geworden ist. Nett wäre ja auch, wenn die die Parteien sogenannter Zielgruppenzugänge bedienen würden. Aber wär ja auch doof, wenn der Internetwahlkampf schon perfekt wäre. Was hätten dann noch die ganzen Online-Wahlkampf-Berater zu tun ;).

  • Du sprichst mir aus dem Herzen, Michael!

  • Wozu brauchen Parteien überhaupt mehrere Seiten. Reicht nicht eine, die alles vereint? Das ist viel übersichtlicher als zig verstreute Informationsquellen.
    Das muss wohl eine Eigenheit der Parteien sein.

  • Wie wohltuend ist da das Portal der Piratenpartei, gell?
    http://piratenpartei.net/

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